Der Fall Ignaz Walker – oder wenn die Medien plötzlich unangenehm werden | MEDIENWOCHE

von Carmen Epp 02.11.2015Im Mordprozess gegen Ignaz Walker stehen vermehrt die Medien im Fokus des Geschehens. Dass sich ausgerechnet die Urner Staatsanwaltschaft an den Enthüllungen der Medien stört, könnte heuchlerischer nicht sein. Über Gerichtsfälle im Kanton Uri berichten üblicherweise je ein Vertreter der beiden Lokalmedien, bei grossen Fällen auch das Lokalradio und das Zentralschweizer Fernsehen.

Rotlicht-Größe Ignaz Walker teilweise freigesprochen

Der Fall Walker hat die Schweiz während den vergangenen eineinhalb Jahren in seinen Bann gezogen. Das Politmagazin „Rundschau“ des Schweizer Fernsehens hatte in Berichten gravierende Verfahrensfehler aufgedeckt und lässt gar Zweifel an der Schuld des Angeklagten aufkommen. Es wurde im großen Stil gepfuscht: Volltrunkene Belastungszeugen, unsaubere DNA-Beweise, Drogentelefone und verdächtige Kontaktlisten, welche die Ermittler nicht

Fall Walker: Wollte die Urner Justizdirektion Sasa Sindelics Enthüllungen in der «Rundschau» verhindern?

Sasa Sindelic, verurteilter Auftragsschütze, wird von der Polizei am 19. Oktober im Berufungsprozess im Fall Walker zum Rathaus in Altdorf gebracht.Bild: KEYSTONE Oberstaatsanwalt Imholz übt harsche Kritik an der «Rundschau». Ein Reporter soll Sindelic die Komplott-Theorie in den Mund gelegt haben. Dokumente in den Akten hingegen deuten darauf hin, dass Sindelic von der Urner Vollzugsbehörde